Gründungstagskneipe im Silberglanz 2007Alljährlich gedenken wir zeitnah mit einer Kneipe der Gründung des Bundes am 8. März 1860, und fast jedes Mal bleibt die Beteiligung weit hinter der Bedeutung des Ereignisses zurück. Der Termin mitten in den Semesterferien und in einer durch nasskalte Witterung geprägten Jahreszeit ist ja auch alles andere als günstig. Dass es diesmal ganz anders kam, ist einem weiteren, runden Jubiläum zu verdanken: Im Februar dieses Jahres feierte das Silberkartell 150. Geburtstag. Natürlich gibt es dafür ein eigenes Jubelfest mit Festkommers etc. Doch das findet erst im November in Marburg statt, und so lange wollten die Kartellbrüder, wie sich auf dem Silberkonvent im Herbst 2006 ergab, nicht mit dem Feiern warten. Da kam die Offerte, dies schon im Rahmen unserer Gründungstagskneipe am 10. März tun zu kÖnnen, gerade recht. Und die Resonanz übertraf alle Erwartungen. Ein rappelvoller Kneipsaal‚ fast alle Kartellbünde waren mehr oder weniger stark repräsentiert. Thuringia war gar mit einer stattlichen Delegation der Altherrenschaft vertreten. Ferienvertreter Florian Bärmann als Präside im Offizium und Jan Viertel als Kontrapräside‚ der wohl noch nie über einen so großen Fuchsenstall geboten hatte, waren bei solcher Korona schon gefordert, und sie entledigten sich ihrer Aufgaben mit Bravour. Mit dem Lied "Gaudeamus igitur" begann der offizielle Teil, den Florian Bärmann souverän leitete. Und Gaudeamus-Stimmung prägte die Veranstaltung auch von Anfang an. Während des nächsten Cantus "O alte Burschenherrlichkeit" ergriff AHV-Vorsitzender Wilhelm Enger das Wort und würdigte die beiden Jubiläen. Nicht nur Bruno Bodenstein hÖrte aufmerksam zu. Präside Florian Bärmann ergänzte dann nach dem nächsten Colloquium diese Ausführungen durch ein Kurzreferat über die Rolle Verdensiae im Silberkartell‚ wobei er auch den vorübergehenden Ausschluss des Bundes nicht verschwieg. Sein Vortrag war die passende Überleitung zum: Bundeslied. Andere wollten auch noch reden und bekamen dazu zwischen den Strophen des nächsten Liedes "Die Gedanken sind frei" Gelegenheit. Zunächst sprach ein Vertreter Troglodytiae Grußworte, und anschließend hÖrten wir nämliche von Kbr Ludwig Thuringiae. Obwohl die Luft in dem überfüllten Kneipraum längst nicht mehr frisch und rein ging, sangen wir dann noch das Frankenlied, bevor Florian Bärmann die Auflassung zur ersehnten Essenspause im Sedinenzimmer gab. Nachdem sich alle gebührend gestärkt hatten, wurde die Kneipe mit dem Cantus "Burschen heraus" fortgesetzt. Unser Präside nahm die Aufforderung wÖrtlich und übergab sein Amt an Kbr HÖhne Thuringiae‚ der sich sogleich als energievoller Kneipleiter präsentierte - respektvolles Staunen bei seinen Bundesbrüdern. Weiter ging's mit dem Lied "Als noch Arkadiens gold'ne Tage". Kbr HÖhne, der inzwischen sein präsidiales Vorfeld durch Berufung eines Troglodyten und eines Saxo-Sueven kartellgerecht gestaltet hatte, drang nunmehr auf die Darbietung eines Fuchsenulks. Der war natürlich längst präpariert. Jan Viertel bangte gleichwohl, ob er gelingen würde. Nun ja, die Story von der Erschaffung des Silberkartells als gÖttlichem SchÖpfungsakt mit einem auf Wolke sieben schwebenden Allmächtigen war etwas dünn, und auch die Begeisterung der mitwirkenden Füchse schien sich in Grenzen zu halten. Die Korona war gnädig, spendete freundlichen Beifall und nach dem anschließenden Silberkartelllied auch einen erklecklichen Betrag bei der Sammlung für die Fuchsenkasse. Fuchsmajor Jan Viertel war's zufrieden. Wenn alle untreu werden - so hieß der nächste Cantus -‚ mag auch das Präsidium nicht mehr bleiben. Kbr HÖhne übergab sein Amt an Kbr Rausch Saxo-Sueviae‚ und dieser mühte sich, seinem Namen Ehre zu machen. Freilich nicht lange. In lÖblicher Selbsterkenntnis überließ er die Kneipleitung "aus konstruktiven Gründen" dem Kbr Garcia Troglodytiae, und auch Jan Viertel räumte nun seinen Platz für den Kieler Kartellbruder Plümacher, nicht ohne zuvor noch einmal das TrinkvermÖgen seines inzwischen um einige Burschen erweiterten Fuchsenstalles zu demonstrieren. In der dritten Fidulität passiert meist nicht mehr viel. So auch hier. Die Kneipe lÖste sich allmählich in Verbrüderungsszenen - hier ein Troglodyte und ein Hasso-Borusse - auf, Zeit, sie unter den Tisch zu trinken. Der Chronist verabschiedete sich dann in der Überzeugung, dass es noch lange feuchtfrÖhlich weitergehen würde. Soll es auch gegangen sein.
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