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Besuch des Domgymnasiums in Verden 2008

Anlässlich eines im Semesterprogramm ausgedruckten Verdenbesuches, der uns zu den Wurzeln zurückführen sollte, stand im Rahmen einer Stadtführung durch Verden auch ein Besuch des Domgymnasiums auf der Tagesordnung.

Nur etwa 500 Meter südlich des Verdener Domes gelegen, befindet sich seit 1872 das humanistische Gymnasium als Nachfolgerin der um circa 1000 n.Chr. gegründeten, dem Dom angegliederten Lateinschule auf einem weitläufigen Areal zwischen der stadtnahen Grünen Straße und den Ufern der Aller.


Die Fahne des Domgymnasiums mit Bischofsstab, Mitra und Nagelkreuz, letzteres führen auch wir in unserem Wappen.

Alter Baumbestand verdeckt zunächst von der Straße her ein recht imposantes, gotisches Backsteingebäude mit einem beeindruckenden Mittelportal. Auf den Stufen zur Eingangshalle begrüßte uns der derzeitige Schulleiter Herr Lehmann und ließ es sich nicht nehmen, uns zu einer recht ausführlichen Führung durch "sein" Gymnasium zu bitten. Nach Durchschreiten des Portikus nahm Herr OStDir Lehmann in der beiderseits mit hohen gotischen Fenstern versehenen Aula Gelegenheit, uns zunächst die Schule und ihre Eigenarten und Schwierigkeiten vorzustellen. So zählt das Domgymnasium mit seinen circa 1600 Schülern heute eher zu den großen Schulen, und die beim Erbauen des alten Kerntraktes vorgesehenen Klassenstärken von ungefähr einem Dutzend Schülern vertragen sich nur schlecht mit heutzutage vom Sozialministerium vorgegebenen Schülerzahlen von 30 bis 33 pro Klasse. Dem Alttrakt wurde 1956 und 1974 Erweiterungsbauten angefügt und 2004 nach Abschaffung der Orientierungsstufe ein nahe gelegenes weiteres Schulgebäude zugeordnet, was aber beim gleichzeitigen Anwachsen der Schülerzahlen zu keiner Entlastung hinsichtlich der baulichen Probleme geführt hat. Die hohe Schülerzahl ermÖglicht andererseits aber auch ein hohes Angebot an Leistungsprofilen für die Abitursjahrgänge. Und bei den unteren Jahrgängen praktiziert das Gymnasium teilweise jahrgangsübergreifenden Gruppenunterricht und durch Schüler hÖherer Klassen durchgeführten FÖrderunterricht.


Bei der interessanten Führung: AH Nodop, Frau Bieling, aB Biedlingmaier XXX, Frau Enger, iaB Schernich, AH Meyer und AH Bieling.

Neben diesen eher pflichtmäßigen Lehrangeboten bietet die Schule aber ein äußerst reichhaltiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften. So werden im Atrium des Altbaues in Volieren in Privathaushalten verwahrloste Aras betreut und gepflegt, eine Schülergruppe betreut ein Biotop mit Fischen, SchildkrÖten etc., es existieren eine schülergeführte Imkerei und Gärtnerei, diverse ChÖre und Orchester (an unserem Besuchssonnabend war die Aula auch für Proben der Big Band geÖffnet) und ein schuleigenes Bootshaus unweit des Allerufers rundet die Angebotspalette ab.


Die Besuchergruppe an der Aller.

Auf dem sich anschließenden Rundgang durch die Räumlichkeiten der Schule konnte uns Herr Lehmann dann von der Enge in den Klassen- und Spezialunterrichtsräumen überzeugen. In einem Altbauklassenzimmer bat er uns mit unserer 15 Personen starken Besuchergruppe einmal Platz zu nehmen und schon war das Zimmer fast gefüllt. Der Schulleiter schilderte uns dann die eingeschränkte Bewegungsfreiheit seiner Kollegen, wenn sie zu Unterrichtsbeginn nach dem Betreten der Klassenräume von Wand zu Wand von Schülertischen eingeschlossen zu strengem Frontalunterricht verurteilt sind. Die Missachtung der Schulverordnungen zu vorgeschriebenen RaumgrÖßen und Ausgestaltung der Unterrichtszimmer ist ebenfalls nach dieser Verordnung immer erlaubt, wenn bauliche Veränderungen an Kostengründen scheitern! Und dann bat Herr Lehmann uns noch einmal, uns vorzustellen, wie an einem "schÖnen" Sommertag nach einer intensiven Sportstunde ein Klassenverband - aufgerüstet mit den durch Werbung verpflichtend anzuwendenden Deos - sich für die nächste Stunde und den Empfang des Lehrers präpariert!

Erstaunlicherweise ist aber trotz der erwiesenen räumlichen Beschränkungen die Ordnung und Sauberkeit auf allen Räumen, Gängen, in der Cafeteria etc. besonders auffallend. Zusätzlich hat sich die Schulleitung bemüht, überall wo es mÖglich erschien, kleine Sitzgruppen teilweise sogar mit Pflanzen gemütlich zu mÖblieren, um den Schülern eine angenehme Pausenatmosphäre zu bieten. Der legendäre Vorgänger des jetzigen Schulleiters hat darüber hinaus künstlerisch tätigen Alumni seines Gymnasiums MÖglichkeiten eingeräumt, mit zeitgenÖssischer Kunst, Fassaden und Räume der Schule auszuschmücken. So ist z.B. ein fensterlnder Pedell nicht zu übersehen, der aus dem Atriumshof einen neugierigen Blick in das ehemalige Lehrerzimmer wagt.


Der fensterlnde Pedell.

Daneben fallen diverse Zeugnisse eines Traditionsbewusstseins auf. Nicht nur, dass in der Cafeteria in Schaukästen Bilder, Urkunden und Dokumente aus der langen Geschichte der Schule zu finden sind, nein, in einem normal zu erreichenden Gang sind alle bisherigen Schulleiter mit Photos abgebildet, daneben alle Kanzler dieser Republik und auch alle Bundespräsidenten. Alles unbeschädigt, komplett und ohne irgendeine Schmiererei. Für uns Verdenser war allerdings ein Schaukasten mit Schülermützen des Gymnasiums eine echte Überraschung.


Der Zirkel auf einer blauen Schülermütze.

Trägt doch eine dieser Mützen einen Zirkel, der dem Verdenserzirkel sehr ähnlich ist! Hier wurde uns eigentlich schnell klar, dass allein schon aus historischen Gründen ein Schaukasten mit Studentica und Hinweisen auf unseren Bundes anzubringen sei.

Unter Beschallung der Big Band des Domgymnasiums verabschiedete sich der Schulleiter von uns, nicht ohne den Dank für eine sehr ausführliche und engagierte Führung erhalten zu haben. Er wies aber auf Nachfrage auch deutlich darauf hin, dass er bei entsprechender Spendierfreudigkeit keine Einwände gegen einen Schaukasten der L! Verdensia habe.

Ich habe Michael Benze gebeten, die Kontakte zu dem Schulleiter nicht abbrechen zu lassen, wir wollen Herrn Lehmann gern demnächst nach GÖttingen einladen. Michael Benze gilt


AH Benze mit seinen Gästen: Frau Meyer, AH Meyer, AH Enger, AH Bieling, aB Bidlingmaier XXX, dahinter versteckt Frau Linnemann, AH Linnemann, Frau Enger, ferner waren noch dabei: Frau Bieling, AH Nodop, Frau Piechowiak, AH Piechowiak, iaB Schernich, Frau Commichau, AH Commichau und die beiden Schülerfüchse Jan Wilhelm Enger und Alexander Baxmann.

darüber hinaus mein herzlicher Dank für den angenehmen Empfang in Verden und die weitere sehr gute Organisation seiner Stadtführung und der ausgezeichneten Verpflegung.

Wilhelm Enger