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Aktivenfahrt nach Pünderich 2006

Nachdem es uns letzten Sommer in den Norden nach Lübeck verschlagen hatte, war in diesem Jahr der Südwesten der Republik vorgesehen. Am Freitag, den 15. September, gegen Mittag brachen der Fuchs Jiangto He, der XX Yi Feng, der AHV Wilhelm Enger und meine Wenigkeit auf. Gestärkt durch ein Käffchen und ein Stück Kuchen, welches wir auf der Rheinterrasse nahe Mainz zu uns nahmen, kamen wir abends in Pünderich (Trier) an. Nachdem uns Frau Kahnert unser Quartier fürs Wochenende gezeigt hatte, wurden wir direkt in den Keller geführt.

Nein, wir wurden nicht auf Grund schlechten Benehmens weggesperrt, sondern zu Bernds Schätzen vorgelassen.

In diesem Keller, der dem Vorbesitzer als Lager für seinen Weinhandel diente, standen noch einige alte Weinfässer auf einer Seite.

Da sie nicht gefüllt waren, kamen wir auch nicht auf die Idee, AH Kahnert vorzuschlagen, sie auszutrinken.

Auf der anderen Seite standen viele Kisten, wo AH Bernd Kahnert einige seiner Tröpfchen ausstellte. In der Mitte des Raumes war ein großer Tisch, der reichlich mit Käse- und Wurstspezialitäten der Region gedeckt war. Bevor wir allerdings zu essen begannen, stärkten wir uns erst mal ordentlich mit einem Schluck Wein. Im kleinen Kreis (wo war eigentlich der Rest?), also AH Wilhelm Enger, wir Aktive, AH Bernd Kahnert II mit seiner Frau und extra aus der Schweiz (!) angereist AH Halwart Kahnert I, aßen wir zusammen und erweiterten unseren Horizont, was es doch für gute Weine in Deutschland gibt. Der Abend war sehr unterhaltsam, und AH Bernd Kahnert hat es wohl so gut gefallen, dass er überlegte, nicht noch mal eine Partie auf unsere Farben zu schlagen, frei nach dem Motto: Warum sollen eigentlich immer nur die Aktiven fechten? Er war sich jedenfalls sicher, die jungen Leute auch heute noch "wegknallen" zu können. Gegen zwei Uhr morgens verlief sich dann der Schwarm, schließlich stand für den nächsten Tag ja noch ein wenig Kultur auf dem Programm.

Samstagmorgen, nach wie immer zu wenig Schlaf, machten sich AH Wilhelm Enger und wir Aktive auf, um nach Trier zu fahren. Kaum angekommen begrüßte uns schon das berühmte Stadttor die Porta Nigra, welche wir später noch besser kennen lernen sollten. Zunächst einmal brauchten wir allerdings einen Parkplatz, AH Wilhelm Enger fand auch recht schnell einen. Meinen Hinweis, dass die Parkplätze nur für Anwohner wären wurde ignoriert. Näheres hierzu folgt später.

Unser erster Programmpunkt war eine Stadtrundfahrt durch die alte Kaiserstadt Trier, leider war die Führerin so langweilig, dass es mir mehr erschien, auf einer Kaffeefahrt zu sein, denn auf einer Stadtrundfahrt.

Gott sei Dank war unser zweiter Tagespunkt dafür umso interessanter. Wir nahmen an einer Togaführung teil. Sprich, ein alter Patrizier führte uns durch seine römische Stadt. Wir begannen mit der zuvor erwähnten Porta Nigra. Dieses alte Stadttor hat, obwohl nie angegriffen, im Laufe der Zeit eine Menge mitgemacht. Zwischenzeitlich beherbergte es zwei (!) Kirchen. Und zwar direkt übereinander, wobei die obere hübschere Kirche nur die Mönche vom Kloster nebenan und besser verdienende Leute betreten durften. Die untere hingegen war für den gemeinen Pöbel. Im Rahmen der Säkularisation wurden diese Kirchen aber von Napoleon abgerissen.

Als nächstes führte unser Römer uns in die Basilika, eine riesengroße Halle, in der früher der Kaiser thronte, während sie heute als ev. Kirche dient. Dieses Gebäude hatte ebenfalls mehrere Umbaumaßnahmen ertragen müssen. Was soweit ging, dass die Franken zwei der Wände einrissen, da sie keine Verwendung für die Halle hatten. Als die Stadt später in preußische Hand fiel, wurde sie, wie zum Trotz, wiederaufgebaut und der evangelischen Gemeinde vermacht.

Anschließend wurden wir in die Barbarathermen geführt, ebenfalls ein eindrucksvolles Bauwerk und außerdem ein Beweis dafür, dass man auch schon vor Hunderten von Jahren Geld sinnlos verprassen konnte. Es wurde nie zu seinem ursprünglichen Zweck genutzt.

Nach der langen aber sehr interessanten Führung waren wir erst einmal hungrig geworden, so dass wir uns in ein urgemütliches Kellerrestaurant begaben.

Als letzter Tagespunkt in Trier, auf Wunsch von Yi, war das Karl-Marx-Museum angesagt. Auch hier lohnt sich der Besuch. Da nicht nur das Leben von Marx beleuchtet wird, sondern auch seine Ideen und wie sie sich quer über den Globus entwickelt haben. Besonders begeistert waren wir natürlich von der Stelle, wo erwähnt wurde, dass Marx Mitglied der Trierer Landsmannschaft in Bonn war. Das veranlasste mich dazu einen landsmannschaftlichen Gruß im Gästebuch samt Zirkel zu hinterlassen. ;-)

Danach begaben wir uns zurück zu Wilhelms Auto, und welche Überraschung, ein Strafzettel hing an der Glasscheibe. Der ortsübliche Tarif ist bei unserem AH-Vorsitzenden zu erfragen.

Abends wieder zurück in Pünderich freuten wir uns auf das Weinfest, das in dem Dorf stattfinden sollte.

Leider konnten die angebotenen Weine auf dem Fest nicht mit der Qualität der Weine in Bernds Keller mithalten. Nach einigen Enttäuschungen gingen wir zu Bernds Weinhändler vor Ort, wo wir Aktiven noch eine kleine spontane Führung durch seinen Betrieb bekamen. Im Laufe des Abends (besser: der Nacht), schrumpfte unsere Gruppe auf nur noch 4 Leute zusammen. Wir Aktive und Wilhelm. Gegen 5 Uhr regte sich auch bei Teilen von uns der Wunsch nach dem Bett, was uns nicht davon abhielt, vor dem Haus der Familie Kahnert ein Liedchen zu trällern. (Heute ist heut) Beim Versuch das Haus zu betreten stellten wir leider fest, dass uns Frau Kahnert den falschen Schlüssel gegeben hatte. Glücklicherweise war das Fenster zum Bad offen, so dass wir Yi hinein hoben, und wir das Haus betreten konnten, ohne die Bewohner wecken zu müssen.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns, und bedanken uns für die uns gewährte Gastfreundschaft.