Boßelfahrt 2007Deutschland bewegt sichUnter diesem Leitgedanken unserer professionellen politischen Gesundheitsberater fand am 23. bis 25. Februar, diesmal unter der Ägide seiner Majestät König Arne Blumentritt und seiner huldvollen Gattin Heike, das elfte Treffen einer kleinen am Boßelsport interessierten Gemeinschaft in Bockhorn, kurz vor Ostfriesland, statt. Mit angereist waren insgesamt elf Kinder, die schon frühzeitig in die Geheimnisse dieser norddeutschen Sportart eingeführt werden sollen. Man traf sich am Freitagabend nicht nur um der Wiedersehensfreude Ausdruck zu verleihen, sondern auch um wichtige Gespräche um Mannschaftsbildung und neue Entwicklungen im Boßelsport zu diskutieren. Selbstverständlich waren unsere AHAH Rolf Goerl und Jürgen Pannenborg, als seit Jahren in Varel Ansässige, mit Heimvorteilen ausgestattete Sachverständige bemüht, uns Zugereisten klarzumachen, dass das Boßeln hinter den Deichen zur Perfektion getrieben wird und nur durch frühzeitigen Trainingsbeginn (ab 4. Lebensjahr) und kontinuierliche Kraft- und praktische Trainingseinheiten zu erfolgversprechenden Leistungen gebracht werden kann. Auch die hohen intellektuellen Anforderungen beim "Lesen" der Strecken blieben nicht unerwähnt, so dass manch einer sich schon am Vortage des eigentlichen Turniers fragte, ob er nicht vielleicht doch einer zu anspruchsvollen sportlichen Betätigung fröhne. Bei einigen Bierchen machte man sich aber gegenseitig Mut und war am Ende des Abends durchaus der Meinung, dass die Angelegenheit am folgenden Tage schon zu meistern sei. Und so ging es am Sonnabend nach gutem Frühstück und wohl ausgeruht auf die in Neuenburg mit STVOmäßig korrekt ausgeschilderte Boßelstrecke. Kaum waren die ersten Würfe getätigt, hatte auch schon eine Mannschaft einen Schot erzielt, da mussten wir sehr zu AH Andreas Schödlers Bedauern bei unserem lieben AH Hans Eden einkehren, dessen Anwesen direkt an der Neuenburger Boßelstrecke liegt. Peter hatte uns erwartend mit seiner lieben Frau einige zum Boßeln unerlässliche Zielwässerchen aufgefahren, die wir gerne zu uns genommen haben. Leider litt der Kurzbesuch unter dem nicht nur bei AH Andreas Schödler ausgeprägten Drang, die Kugel weiterrollen zu lassen, waren wir doch schließlich zu sportlichem Wettkampf aufgebrochen! Trotzdem gilt unser herzlicher Dank den Gastgebern; wir haben es nicht unterlassen AH Hans Eden zu einem Besuch in Göttingen einzuladen, ist er doch vielen unserer Bundesbrüder kaum noch bekannt. Also ging es bei herrlichem Sonnenschein und fast frühlingshaften Temperaturen weiter auf der Kampfbahn. Manch ein Fluch flog über die platten Ebenen Ostfrieslands, wenn mal wieder ein Gras- oder Strohhalm den angedachten Lauf der Kugel in ungeahnte Gegenden lenkte und ich glaube sagen zu dürfen, in keinem Falle die vorher erwünschte Länge erreichte. Jedesmal erschütternd und nur die Tatsache, dass es gerade wieder gereicht hatte einen gegnerischen Schot zu verhindern, gab eine gewisse Befriedigung. Gleichzeitig sank ganz langam das Ansehen des Einheimischen Boßlers Rolf, der in der Qualität der Würfe regelmäßig von AH Hans Linnemann übertroffen wurde. Dies gipfelte in Rolfs Unterstellung, dass Hans wohl heimlich geübt habe, was dieser mit dem Hinweis auf den schließlich seit langem bekannten Termin nur teilweise bestätigte. So ging es fröhlich weiter, bis am Ende der offiziellen Boßelstrecke ein Mannschaftswechsel vorgenommen wurde. Die Hoffnung, dass sich die Würfe auf der Rücktour allein schon durch den nunmehr bekannten Verlauf der Strecke verbessern würden, hat nur bei Wenigen Bestätigung gefunden, aber als nach ca. vier Stunden die Boßelei ihr Ende fand, waren alle zufrieden und jeder hatte kleine Erfolgserlebnisse zu verzeichnen. Beim anschließenden späten Mittagessen war ein reger Erfahrungsaustausch, Kritik an Wurftechniken etc. das Hauptthema, bevor die postprandiale Müdigkeit alle Teilnehmer zu einem Mittagsschlaf in die Federn zwang. Am späteren Nachmittag fanden sich dann einige Kugelverliebte auf der Kegelbahn des Gasthauses ein, um vor dem abendlichen Grünkohlessen noch etwas körperlich tätig zu sein. Hierbei tat sich Andreas Schödler als der eindeutig beständigste Akteur hervor. Vor dem dann folgenden Essen stieß unser AH Peter Nodop mit seiner Frau zu der bereits versammelten Boßlerschar. Da er vor kurzem seinen 71. Geburtstag feierte, haben wir die Gelegenheit wahrgenommen und ihm in einer kleinen Zeremonie das Ehrenband der Landsmannschaft verliehen. Kaum war das Bundeslied verklungen nahte endlich der wohlverdiente Grünkohl mit reichlichen Beilagen. Nach dem Essen endete recht abrupt das Regnum Arne Blumentritts mit der Proklamation des neuen Bosselkönigs unserem lieben AH Hans Linnemann. Er hatte sich auf der Boßelstrecke, wie oben bereits erwähnt, durch hohe Präzision und konstante Weite seiner Würfe hervorgetan. Wir alle wünschen Hans eine ähnliche gelungene Ortsauswahl und genauso glückliche Wetterbedingungen, wie sie Arne präsentiert hat. ( Zum Ende des Boßelns verdunkelte sich der Himmel und als wir gerade am Mittagstisch saßen, fing es kräftig an zu regnen.) Als Rolf in einer kurzen Rede nochmals auf die hohen Schwierigkeiten beim Ausführen eines perfekten Wurfes hinwies und dabei auch den zeitlichen Trainingsaufwand nicht unerwähnt ließ, war dann auch jeder Teilnehmer ob seiner eigenen Leistungen wieder mit sich versöhnt. Mit der erstmaligen Intonation des Kohlfahrerliedes in unserem Kreise ging es dann in den gemütlichen Teil des Abends über. In dem Bewusstsein, dass am folgenden Tage die allgemeine Abreise ansteht, haben wir dann noch recht lange zusammen gesessen. Einige Bewegungsfanatiker sollen in den frühen Morgenstunden des Sonntags noch auf der Tanzfläche des Gasthofes Hornbüssel gesehen worden sein. Teilnehmer waren: AH Arne Blumentritt II mit Frau und Marie, Anna und Julius, dem am Abend ein Geburtstagsständchen zu seinem 4. Geburtstag dargebracht wurde. AH Hanno Eggers mit Frau und Corinna und Gerrit, AH Florian Engelhardt mit Frau und Carlotta und Moritz, AH Rolf Goerl mit Frau, AH Fritz Meier, AH Peter Nodop mit Frau, AH Jürgen Pannenborg mit Frau und 2 Enkeln, AH Eike Schemionek mit Frau und Amelie, Niklas und Florian, AH Andreas Schödler mit Frau und Lucas, AH Wilhelm Enger mit Frau und Jan-Wilhelm.
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