Der 141. Geburtstag von Hermann Löns 2007Fahrt nach Walsrode September 2007Seit vielen Jahren findet Ende August in Walsrode, der auch offiziell so genannten Hermann-Löns Stadt, die sog. Löns-Woche statt: Organisiert vom "Verband der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich e.V." werden hier anlässlich seines Geburtstages (28.08.1866)
von seiner Fangemeinde Leben und Werk gewürdigt. Höhepunkt ist alljährlich die Feierstunde am Lönsgrab mit Festansprache und musikalischer Umrahmung. Spätestens seit der Fuchsenstunde dürfte den meisten bekannt sein, dass Löns im Wintersemester 1888/89 bei uns aktiv wurde, ausgerechnet in dem Semester, in dem Verdensia vom Universitätssenat wohl wegen zu intensiven Couleur- und Fechtbetriebs suspendiert wurde. Am 2.9.2007 traf sich deshalb eine Gruppe von rund 10 Bundesbrüdern und -schwestern einschließlich zwei aus Göttingen angereister Aktiver, um hier seine Spur wieder aufzunehmen. Startpunkt war der Waldgasthof Eckernworth im schönen Walsroder Stadtwald, in dem er wohl laut Erinnerungsplakette bei seinen Exkursionen immer übernachtete. Nach einem angemessenen Schluck auf sein Wohl und einer kurzen Würdigung seines doch recht turbulenten Lebens, ging's in das vis-à-vis gelegene Heidemuseum. Hier ist das Hermann-Löns-Zimmer
zu besichtigen - mit originalem Mobiliar aus seiner 1. Ehe
und der beträchtlichen Literatur von und über ihn (*). Unsere besondere Aufmerksamkeit galt natürlich auch den in einer Glasvitrine neben dem Greifswalder Cimbernband ausgestellten Farben unserer Landsmannschaft einschließlich Protzentönnchen. Weiter ging's in Richtung Stadtzentrum zur lebensgroßen Bronzestatue Hermann Löns einschl. Jagdhund, die zu seinem 140. Geburtstag immerhin von Prinz Heinrich von Hannover eingeweiht wurde und nun schnell wieder mit der richtigen Couleur ergänzt wurde.
Nach einem einstimmenden Spaziergang durch den bei Walsrode liegenden Tietlinger Wacholderhain mit blühender Heide wartete nunmehr als Höhepunkt des Tages die Feierstunde direkt an seinem Grabe auf uns. Kenner wissen, dass die Frage, ob er hier tatsächlich begraben ist, eine nicht ganz unumstrittene ist - immerhin hat sich hiermit vor einigen Jahren eine Doktorarbeit befasst. Er ist als 48-jähriger Kriegsfreiwilliger gleich zu Beginn des 1. Weltkriegs bei Reims gefallen und dort auch begraben worden, bevor später im Dritten Reich gewissermaßen ein "Run" auf seine Gebeine einsetzte… Im Rahmen der Begrüßung der vielen Ehrengäste wurden - weil gut erkennbar -auch wir ausdrücklich angesprochen, allerdings als "Cimbern". Wilhelm Enger gelang es erst mit kräftiger Stimme, unsere wahre Identität zu offenbaren.
Die Festrede hielt die frischgebackene Walsroder Bürgermeisterin Silke Lorenz, die in einer sympathischen, offenen und launigen Rede "die besonderen Erfahrungen des Hermann Löns im Fürstentum Schaumburg-Lippe" würdigte: Er war von 1907-1909 in Bückeburg als Chefredakteur der dortigen Zeitung tätig und hatte wohl die Obrigkeiten so verärgert, dass er schließlich entlassen wurde, gleichzeitig konnte er aber dort seine Karriere als Schriftsteller mit seinen ersten Romanen starten. Natürlich wurde der Festakt von angemessener Musik begleitet. Das Jagdhornbläsercorps der Jägerschaft Fallingbostel und die Chorgemeinschaft Walsrode sorgten für entsprechende Einstimmung mit vielen bekannten Lönsliedern - Höhepunkt und Abschluss war der gemeinsame Gesang "Auf der Lüneburger Heide" mit allen Strophen. Entsprechend eingestimmt und gut gelaunt trafen sich zum Ausklang alle Bundesbrüder und -schwestern im Cafe "Sans Souci" ganz in der Nähe. Da dort auch die übrige Festgesellschaft den Torten zusprach, gab's Gelegenheit zum Kennenlernen der "Offiziellen" des Hermann-Lönsverbands, die auch noch mehr über uns wissen wollten. Insgesamt war's sicherlich ein schöner und bunter Tag, der uns hier zusammenführte. Beeindruckt waren wir, dass ein Mann, dessen Höhen und Tiefen der Biographie und Persönlichkeit nicht ganz unbekannt sind, auch heute noch in seinen Rollen als Jäger, Heger, Dichter und Umweltschützer derart wahrgenommen und gewürdigt wird - und nach diesem Besuch sicherlich auch als Bundesbruder und interessanter Mosaikstein unserer bald 150-jährigen Geschichte. Conrad Michaels
(*) Literatur von und über Hermann Löns finden wir im Internet unter Benutzung
einer Suchmaschine (wie z.B. Google): |
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