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Ein Wochenende in Marburg 2007

150-jähriges Bestehen des Silberkartells

Um genau dieses 150-jährige Bestehen des Silberkartells zu feiern, machten sich im vergangenen November die sieben Mitgliedsbünde nach Marburg auf.

Die Aktivitas der Landsmannschaft Verdensia sah sich immerhin in der Lage, mit sechs Aktiven und zwei Hausgästen dem Feste beizuwohnen. Fast ist man schon geneigt zu sagen, dass es sich als gewohntes Bild erwies, dass dieses reichhaltige Aufgebot von der Altherrenschaft noch deutlich übertroffen wurde.

Doch beginnen wir bei der Ankunft unserer Aktivitas zu diesem Festwochenende. Hatte ich vorhin schon erwähnt, dass eigentlich acht Verdenser Marburg unsicher machen wollten, so zählte die Gruppe beim Verlassen des Zuges lediglich sieben. Was war geschehen? Nun, vielleicht noch nicht vollends von der Zucht und Ordnung, die in der verdensischen Aktivitas herrscht, ergriffen, verpasste der hochgeschätzte Hausgast Asmus Linn den Zug um wenige Sekunden. Und das, obwohl sich sein Reisegepäck bereits auf eine längere Zugfahrt eingestellt hatte.

Auf jeden Fall wurde die Ankunft in Marburg lediglich zu siebt in Angriff genommen. Es folgte der beschwerliche Aufstieg zum Haus der Hasso-Borussia und anschließend zu unserer Herberge beim Wingolf. Doch ohne lange zu verschnaufen, ging es nach einem Begrüßungsgemäß auch schon zurück zu unseren Kartellbrüdern, um sich mit der schmackhaften Sorte des hier gängigen Gerstengebräus bekannt zu machen. Der sich schnell füllende Kneipsaal ließ auf einen gut besuchten Kommers am nächsten Tage schließen.

Doch zurück zu unserem unglückseligen Hausgast, dem nichts anderes übrig blieb, als den pünktlichen Aktiven hinterher zu winken. Doch was wäre er für ein Hausgast, wenn er sich dadurch entmutigen lassen würde? Fest entschlossen, Marburg irgendwie zu erreichen, fuhr er kurzerhand per Auto nach Kassel, um sich dort um eine Zugverbindung zu kümmern. Dies gelang auch wunderbar, bis auf das eine kleine Problem, dass sich das Gepäck auf eine etwas längere Reise gefreut hatte und sich die mitgenommene Tasche kurz vor dem Ausstieg versteckte, um noch ein bisschen weiterzufahren. Gepäck- und orientierungslos wurde der Hausgast nun kurze Zeit später von einigen unserer alten Herren unter die Fittiche genommen, und kam so, über einen kurzen Umweg in die Ratsschenke, wohlbehalten auf dem Haus der Hasso-Borussia an.

Glücklich wiedervereint wurde die Stimmung noch ausgelassener, als sie ohnehin schon war. So war es auch kein Wunder, dass die Verdenser der versammelten Menschenschar das Lied "Georgia Augusta" aufzwangen, welches durchaus mit Begeisterung gesungen wurde. Vielleicht beeindruckt von diesen wunderschönen Versen und wahrscheinlich auch dank etwas guten Zuredens von Verdensern, wie auch Kartellbrüdern, entschlossen sich alsbald beide mitgereisten Hausgäste - Yannick Morawa und Asmus Linn - zur Bandaufnahme. Mittlerweile schon gewohnt, von der Sangesfreude der Verdenser mitgerissen zu werden, versuchten alle im Saal Anwesende der ersten Strophe unseres Bundesliedes gerecht zu werden und somit unseren beiden neuen Füchsen den gebührenden Respekt zu erweisen. Der anschließende Discobesuch einiger Aktiven, um dieses Ereignis auch gebührend zu feiern, kann als gelungen, aber doch recht ereignislos abgetan werden. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass selbst nach einem gewissen Alkoholkonsum um vier Uhr morgens noch der Versuch gestartet werden konnte, einer jungen Dame den Unterschied zwischen Landsmannschaften und Burschenschaften näher zu bringen. Bei einem Versuch blieb es zunächst allerdings auch, da nun schließlich im Schlafe Kräfte für den samstäglichen Hauptfestakt gesammelt werden mussten.

Samstagmorgen!!! Wann hat man das letzte Mal einen Samstagmorgen erlebt? Vielleicht einmal kurz vor dem Einschlafen, aber so? Was tut man nicht alles zu so einem besonderen Anlass? Es ging also zu nachtschlafender Zeit los, um rechtzeitig zur Stadtführung an Ort und Stelle zu sein. Doch aufgrund eines Zugeständnisses des FM, auf die Füchse der Sachsen-Schwaben aufzupassen, geriet der straff durchorganisierte Tagesablauf ins Stocken. Es gelang also nicht, vor der Stadtführung ein Frühstück zu sich zu nehmen. Nun stand eine schwere Entscheidung an. Stadtführung bei -2°C oder Frühstück im warmen Café? Tatsächlich entschied sich Fuchs Bidlingmaier abtrünnig zu werden und etwas für seine Bildung zu tun. So gern auch der eine oder der andere Fuchs etwas für seine geistige Weiterentwicklung getan hätte, erschien es noch erstrebenswerter, diese Möglichkeit der bundesübergreifenden Fuchsenkonversation ohne ständige Zwischenrufe seitens des Stadtführers wahrzunehmen. Man entschied sich für ein Frühstück im Café Maxx, obwohl auch andere Speisekarten mit Angeboten wie einem Eimer Knochen für 7,90 € zu locken wussten. Das Café Maxx ist auch durchaus zu empfehlen, wenn man "etwas" Zeit mitbringt und sich nicht davon stören lässt, dass die Kellnerin von schwarzem Tee nicht so richtig viel Ahnung hat. Der Konversation konnte dies alles jedenfalls keinen Abbruch tun, wobei der eine oder andere Fuchs erkennen musste, dass ein Gespräch mit dem FM durchaus gefährlich sein kann, was das Notieren von Ganzen auf Merkzetteln angeht. Überraschenderweise hilft auch das Verbrennen eines solchen Zettels nur bedingt.

Natürlich wollte nun doch das ansehnliche Städtchen Marburg bewundert werden. Man schloss sich doch noch der Stadtführung an und wurde hier instruiert, dem armen Neufuchsen, dessen Tasche sich auf Odyssee begeben hatte, einen neuen Anzug zukommen zu lassen. An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön den edlen Spendern AHAH Gillert und Weseloh. Der Auftrag konnte natürlich mit Erfolg ausgeführt werden, so dass alle wohl präpariert den Festkommers antreten konnten.

Dieser fand wie das gesamte Wochenende unter der souveränen Leitung der Landsmannschaft Hasso-Borussia zu Marburg statt und fand sein erstes Highlight in der gelungenen Festrede, "Couleur und Kartell" von Kbr Kloosterhuis, die unten im Wortlaut wiedergegeben wird, in der Witz und Information in so trefflicher Weise verwoben wurden, dass die lockere Stimmung des Festes geschickt aufrecht erhalten wurde.

Ein zweites Highlight bescherte dann das einen gewissen Einfallsreichtum nicht entbehrende Gastgeschenk der Verdenser die, wie der Erstchargierte in charmanter Weise formulierte, die Verpflegungsengpässe, die nach einem solch kostspieligen Wochenende entstehen könnten, ein wenig abmildern wollten. So konnte Kommersleiter Eelko Massow "eine Gans melden". Nach diesem prachtvollen Geschenk klang die Feier langsam aus.

Die Richtlinien der Landsmannschaften nach dieser Feier wieder positiv in Erinnerung gerufen, erinnerten sich die Verdenserfüchse wieder des ergebnislos verlaufenden Gespräches mit der Dame vom Vortage. Kurzentschlossen wurde diese aufgesucht und das Gespräch fortgesetzt. Überzeugt, gute Arbeit geleistet zu haben, ging es nun wieder darum, zu Kräften zu kommen. Dies gelang allerdings nur teilweise, da der werte Fuchsmajor, der etwas später "nach Hause" kam, der Meinung war, auch im Schlaf noch Lehrstunden geben zu müssen. Diese bezogen sich dann zum einen auf das Erlebte des Abends, aber auch darum, wie es geht, sämtlich ohne Instrumente oder Zuhilfenahme der Stimmbänder, dazu in der Lage zu sein, ein Orchester nachahmen zu können. Wie genau man sich das vorzustellen hat, soll hier unerwähnt bleiben.

So wurde der Sonntag etwas schläfriger begonnen. Da allerdings an diesem Morgen "Frühschoppen" angesagt war und die Speisekammern der Marburger doch noch so einiges hergaben, speiste man erstmals genüsslich, nicht aber ohne zu gegebener Stunde - circa 11:30 Uhr - wieder auf flüssige Nahrung umzusteigen.

In zwei Gruppen sollte die Heimreise nun so ablaufen, dass auch wirklich alle um 19:00 Uhr wieder auf dem Verdenserhaus sein würden. Schließlich war für 20:00 Uhr eine Spontankneipe angesetzt worden, bei der es sich auch unser, mit beeindruckendem Durchhaltevermögen ausgestatteter, AH Bodenstein nicht nehmen lassen wollte, die Bandaufnahme des dritten neuen Fuchsen mitzuerleben. Aufgrund der ein oder anderen Vorsichtsmaßnahme, die einem leicht angesäuselten Bundesbruder zuteil wurde, verzögerte sich allerdings die Ankunft des zweiten Trupps auf kurz nach 21:00 Uhr, woraufhin der Kneipbeginn verschoben werden musste. Leider ging in der allgemein herrschenden Chaossituation die Übersicht verloren, so dass unser guter AH Bodenstein, der pünktlich, wie er ist, um 20:00 Uhr auf dem Haus eintraf, lediglich zwei Hausgäste vorfand, die von den neuesten Ereignissen nichts mitbekommen hatten.

Auch wenn du nun enttäuscht von dannen ziehen musstest, sei Dir, lieber AH Bodenstein gesagt, dass wir diesen Einsatz hoch schätzen, uns entschuldigen und Besserung geloben.

Nichtsdestotrotz konnte an diesem Abend noch eine, sagen wir mal muntere Kneipe geschlagen werden, die einen schönen Rahmen für die dritte Bandaufnahme des Wochenendes durch unseren Neufuchs (Krassfuchs) Seid Hamzic gab.

So endete ein erfolgreich verlebtes Wochenende, an dem Verdensias Aktivitas um drei neue Füchse erweitert wurde.

Und die Füchse wohl für den Rest des Lebens ein leises "BIDDE!!!!!" im Ohr haben.

















Jürgen Salfeld